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Systemische Therapie und Beratung – was ist das eigentlich?

Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick wie die Systemische Therapie arbeitet und wie sie für Ihre Fragestellung hilfreich sein kann.

Neben Einflüssen aus der Verhaltens- und Gesprächspsychotherapie, arbeite ich vor allem systemisch.

Was heißt das?

Die Systemische Therapie geht davon aus, dass der Mensch nicht nur allein agierend ist sondern auch immer von den Menschen und Beziehungen, in denen er lebt, beeinflusst wird und mit ihnen in Wechselwirkung steht. Mit „System“ kann dabei z.B. eine Familie, ein Paar oder auch eine Organisation oder ein Unternehmen gemeint sein.

Vor allem bedeutet dieser Gedanke auch, dass Schwierigkeiten, problematische Verhaltensweisen oder auch Konflikte nicht unbedingt nur auf individueller Ebene gelöst werden können, sondern in den Beziehungen zu anderen auch sinnvoll sein können, auch wenn das vielleicht auf dem ersten Blick paradox erscheint.

Wie kann eine Verhaltensweise, die mir nicht gut tut, einen positiven Kern haben?

So könnte man beispielsweise mit einem magersüchtigen Kind sehr wohl daran arbeiten, dass es ein besseres Essverhalten erlangt, sich mit seinem Körper auseinandersetzt, die dahinter liegenden Konflikte erkennt und dadurch für sich wieder gesund wird. Das wäre eine Arbeit mehr an der Oberfläche und kann gut funktionieren.
Doch könnte es schwierig werden, wenn es wieder in sein gewohntes Familienumfeld zurück kommt, und dort weiterhin die gleichen Regeln herrschen, die erst zur Magersucht geführt haben. Um eine vollständige und dauerhafte Verbesserung zu bewirken, könnte es jedoch sehr sinnvoll sein zu erkunden, wofür die Magersucht vielleicht im Familien-System „gut“ war – zum Beispiel als unbewusster (und natürlich in keiner Weise „strategisch“ überlegter) Lösungsversuch des Kindes, unausgesprochenen Konflikten zwischen den Eltern einen „objektiven“ Raum zu bieten und dadurch, dass es sich selber als problematisch entwickelt, den Eltern eine Brücke zu schaffen versucht, so dass sie sich nicht scheiden lassen und als Paar und Eltern bestehen bleiben.

Systemische Therapie hat den Anspruch, diese Zusammenhänge und Prozesse, die eben meist unbewusst und nicht absichtsvoll verlaufen, zu erkennen und damit die Möglichkeit zu eröffnen, diese auch dauerhaft zu verändern.

Fragen nach dem Entstehen und den Ursachen von Schwierigkeiten, problematischem Verhalten oder Konflikten sind selten eindeutig oder erschöpfend zu beantworten. Daher zielen systemische therapeutische Interventionen darauf ab ungünstige Denk- und Verhaltensmuster deutlich werden zu lassen und Alternativen zu erarbeiten. Wenn es hilfreich erscheint, wird auch nach alten „Glaubenssätzen“ oder problematischen Verhaltensmustern geforscht, die häufig bereits viel länger existieren als das aktuelle Problem.

Die Systemische Therapie stellt ein bedeutendes und wissenschaftlich anerkanntes Verfahren neben den bekannten Richtlinienverfahren Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Verhaltenstherapie dar. Die mehrjährige Ausbildung erfolgt berufsbegleitend und ist an den Qualitätsstandards der beiden deutschen Dachverbände Systemische Gesellschaft (SG) oder Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) orientiert.